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Allerheiligenstriezel: Ein süßes Stück Brauchtum

Allerheiligenstrietzel

Jetzt beginnt sie langsam wieder. Die nebelige Herbstzeit, in der die Nächte länger und Temperaturen kühler werden. Der Herbst ist auch die Zeit von Allerheiligen – dem Feiertag, an dem wir den Verstorbenen gedenken. Einher mit Allerheiligen geht auch ein ganz besonders Rezept: der Allerheiligenstriezel. Es gibt ihn normalerweise nur einmal im Jahr, was ihn zu etwas Besonderem macht. Christina zeigt uns dieses Mal, wie man die Patenkinder mit einem selbst gebackenen Allerheiligenstriezel überraschen kann.

Woher kommt eigentlich Allerheiligen?

Wie bei den meisten Feiertagen freuen wir uns einfach nur, dass es sie gibt, ohne den genauen Anlass zu hinterfragen. Zu Allerheiligen gedenken wir verstorbenen Familienmitgliedern oder Freunden an deren Gräbern. Doch was hat es mit dieser Tradition auf sich? Und warum wird er ausgerechnet am 1. November gefeiert? Im Laufe der ersten christlichen Jahrhunderte wollte man jedem einzelnen Verstorbenen an einem bestimmten Tag gedenken. Durch die zunehmende Zahl dieser „Heiligen“ wurde es irgendwann unmöglich, jedem einzelnen zu gedenken. Allerheiligen ist ein christliches Fest, das ursprünglich am Freitag nach Ostern gefeiert wurde, da es inhaltlich stark an Ostern erinnerte. Hunderte Jahre später wurde der Feiertag für Rom im Zuge einer Kapellenweihe im Petersdom vom damaligen Papst auf den 1. November gelegt. Im Laufe der Jahrzehnte übernahm die westliche Kirche dieses Datum – bis Allerheiligen schließlich einheitlich am 1. November stattfand. Kurios erscheint es, dass am Vorabend, dem 31. Oktober, Halloween gefeiert wird. Es klingt aber weit weniger kurios, wenn man sich das Wort „Halloween“ genauer ansieht. Dieses leitet sich vom englischen „All Hallows Eve“ ab, was übersetzt „Vorabend von Allerheiligen“ bedeutet.

Warum gibt es zu Allerheiligen den Allerheiligenstriezel?

Der Allerheiligenstriezel ist wohl der weitläufigste Brauch zu Allerheiligen. Je nach Region gibt es eine Vielzahl von weiteren Traditionen, die am 1. November abgehalten werden. Das Versenken von Kränzen für Ertrunkene zum Beispiel, bei dem in St. Nikola zwei Männer auf die Donau hinausfahren und einen Kranz zum Gedenken an alle Ertrunkenen ins Wasser lassen. In Freistadt findet jedes Jahr am 1. November das Turmblasen statt und auch die Tradition des „Krapfenschnaggelns“, bei dem Kinder Krapfen, Süßigkeiten und Geldspenden einsammeln, ist um Allerheiligen herum besonders in Osttirol weit verbreitet.

Nun aber zurück zum Allerheiligenstriezel. Bereits im 17. Jahrhundert gab es Hinweise auf ein Gebäck, das als „Heiligenstriezel“ bezeichnet wurde. Dieses wurde schon damals aus Weizen, Fett, Eiern und Honig gemacht. Früher wurde der Striezel zu Allerheiligen und Allerseelen an Arme und Kinder verteilt. Manchmal wurde das Gebäck sogar als Verpflegung für die Verstorbenen auf die Gräber gelegt. Ein weniger netter Brauch war es, einen Allerheiligenstriezel aus Stroh an die Tür eines besonders geizigen oder streitlustigen Nachbarn zu hängen, um diesen bloßzustellen. Besonders die Form – nämlich jene eines Zopfes – hat etwas mit dem antiken Trauerkult zu tun. Es galt nämlich als Zeichen der Trauer, sich die Haare zu schneiden.

Bei so viel Insiderwissen rund um Allerheiligen trumpfen wir nochmal auf und lassen uns von Christina zeigen, wie der Allerheiligenstriezel ganz einfach zuhause gebacken werden kann.

Christina, wie wird der Allerheiligenstriezel leicht und fluffig?

Prinzipiell unterscheiden sich die Allerheiligenstriezel von Region zu Region. Bei uns im Lungau kommt ein langer Striezel auf den Tisch, der auch nicht so süß ist. Der Teig ist hell, weil ich nicht so viele Eier und Butter reingebe. Die Hauptflüssigkeit ist Milch. Dadurch wird der Teig locker und leicht. Weil der Striezel nach meinem Rezept nicht so süß ist, essen wir ihn zu Allerheiligen statt dem normalen Brot zur Jause. Die süße Variante – mit Marmelade zum Frühstück – schmeckt natürlich auch lecker.

Allerheiligenstrietzel selber machen

Wie gelingt das Flechtmuster?

Es ist wichtig, sechs gleichmäßige Stränge zu formen. Dazu wiege ich den Teig ab und teile ihn exakt durch sechs. Gleichmäßigkeit ist hier besonders wichtig, weil sonst die Enden unterschiedlich lang oder der Striezel unterschiedlich dick sein kann. Wenn jemand die Form in der Mitte höher haben möchte, müssen auch die Stränge am Rand dünner geformt werden.

Hier findest du eine praktische Allerheiligenstrietzel-Videoanleitung

Womit bestreichst du den Striezel – und was bewirkt das?

Bei uns im Lungau bäckt man den Striezel meistens ohne glänzende Glasur. Dieser Glanz entsteht, wenn man das Gebäck mit Ei bestreicht. Ich nehme Milch – diese erzielt eine matte Wirkung.

ZUTATEN:

  • 1 kg Mehl
  • 15 g Salz
  • 1 Würfel Germ
  • 60 g Zucker
  • 60 g zimmerwarme Butter
  • 20 g Backmalz
  • 1 Ei
  • 600 g lauwarme Milch
  • 70 g Rosinen (je nach Geschmack sind hier natürlich mehr oder weniger möglich)

ZUBEREITUNG:

Germteig zubereiten und ca. 20 Minuten aufgehen lassen. Danach in gleich große Teile zerlegen und diese zu Kugeln formen. Die Kugeln zu Strängen und anschließend zu Zöpfen (3er, 4er oder 6er Zöpfen) weiterverarbeiten. Nochmal kurz aufgehen lassen, mit Milch bestreichen und bei 180 Grad ca. 25 – 35 min (je nach Größe) backen.

Wie lange hält sich der Allerheiligenstriezel?

Bei mir leider nicht so lange, weil sich meine Familie das ganze Jahr schon auf ihn freut. (lacht) Normalerweise hält er sich schon ein paar Tage, aber frisch schmeckt er einfach am besten.

Kann man den Allerheiligenstriezel gut verwerten, falls etwas übrig bleibt?

Den Allerheiligenstriezel kann man, wie jeden süßen Teig, gut verwerten. Auch einfrieren lässt er sich super, wenn zum Beispiel eine Hälfte übrig bleibt.

Stichwort Tradition: Bist du Tauf- und oder Firmpatin und was bedeutet das für dich?

Ich bin Taufpatin und finde es schön, wenn Traditionen weitergegeben werden. Als Kind habe ich mich immer auf den Allerheiligenstriezel gefreut, deshalb ist es auch schön, wenn man ihn seinen Patenkindern schenkt. Ich habe einen alten Brotbackofen zuhause, in dem ich immer besonders große Striezel backen kann. Die würden in einen normalen Ofen gar nicht reinpassen. (lacht)

Warum schenkt ausgerechnet die „Godn“ einen Allerheiligenstriezel?

Mit der ehrenvollen Bestimmung, Taufpate oder Taufpatin zu werden, werden nicht nur lebensbegleitende Aufgaben gegenüber dem Patenkind übernommen, sondern auch das Schenken eines Allerheiligenstriezels am 1. November. Dieser Brauch hat unterschiedliche Bedeutungen. Eine alte Auffassung besagt, dass der Striezel an die Verbindung zwischen Leben und Tod, Heiligen und Nichtheiligen sowie Anfang und Ende erinnern soll. Oft wird in das Gebäck eine Münze eingebacken, die gleich in das Sparschwein des Patenkindes wandert. Ein gelungener Striezel soll außerdem Glück und Erfolg im kommenden Jahr bringen. Dieser Glücksbringer wird von der Taufpatin oder dem Taufpaten als Symbol der besonderes Lebensverbindung überreicht.

Allerheiligenstrietzel
So sieht dann das fertige Allerheiligenstrietzel aus, mmmmh lecker!

November = Herbstdepression? So bringt ihr euch auf sonnige Gedanken

Mit Allerheiligen geht auch oft eine Herbstdepression einher. Viele Menschen mögen das düstere Wetter nicht und verfallen bei kahlen Bäumen und langen Nächten in gedrückte Stimmung. Um das Gemüt zu erhellen, sollte man sich bewusst mit den schönen Seiten der kommenden Monate auseinandersetzen, statt weiter dem Sommer hinterher zu trauern. Mit diesen Tipps kommt man im Herbst ganz schnell auf sonnige Gedanken:

  • Drachen steigen lassen: Drachensteigen ist nicht nur ein Spaß für Kinder, auch Erwachsene können durchaus eine Freude daran finden. Ist man handwerklich geschickt, kann man beispielsweise auch an einem eigenen Drachen tüfteln.
  • Neue Dekoration gefällig? Aus Kastanien, Eicheln und bunten Blättern lassen sich schöne Herbstaccessoires basteln. Am besten von Pinterest und Co. inspirieren lassen und mit cooler Selfmade-Deko punkten.
  • Kürbis schnitzen: Ende Oktober haben Kürbisse wieder Hochsaison. Es macht richtig Spaß, nach gruseligen Fratzen zu suchen und diese in den hohlen Kürbis zu schnitzen. Ein paar Teelichter rein und schon habt ihr einen neuen Hauswächter.
  • Wohlige Wärme: Es gibt wohl nichts gemütlicheres, als eingewickelt in die Kuscheldecke bei einer Tasse Tee zu entspannen, während es draußen richtig kalt wird. Einfach mal genießen und Stress abbauen!
  • Ab an den Herd: Bei heißen Temperaturen steht man ja nicht so gerne am heißen Ofen. Im Herbst macht es wieder Spaß, Suppen, Eintöpfe und Co. so richtig köcheln zu lassen. Und Essen macht ja bekanntlich auch glücklich.

Herbstdekoration: Diese Accessoires verschönern jede Wohnung

Bevor die verstaubte Weihnachtsdekoration hervorgeholt wird, ist vorher noch der Herbst dran. Was in diesem Jahr besonders angesagt ist und wie man aus „Klassikern“ wie Kastanien und Eicheln Schönes basteln kann, zeigen wir euch hier:

Weitere Dekotrends bei Universal.at
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Kissen und Decken

Wenn Zeit und Interesse fehlen, Kissenbezüge selbst zu häkeln oder zu stricken, helfen trendige Exemplare aus Kaschmir, Cord oder Baumwolle, Möbel wie Stühle, Couch und Bänke in kurzer Zeit zu beleben. An kühlen Tagen wärmen Decken in Felloptik oder aus Alpakawolle, kalte Füße – und grafische Muster auf Kissen peppen jeden Raum auf. Bettwäsche in Blumenprint, Karomuster und die Farben Grau, Blau oder Lila sorgen innerlich und äußerlich für einen schönen Winterschlaf.

Kupfer und Messing

Gold und Silber waren gestern. Kupfer und Messing sind die schimmernden Stars der diesjährigen Herbstsaison! Die edlen Glanzfarben kommen besonders gut bei Dekoschalen, Blumenvasen und Lampen zur Geltung, aber auch Besteck in Kupfer- und Messingtönen ist diesen Herbst sehr beliebt. Hier am besten darauf achten, dass nur einige Raumhighlights in den Trendfarben gehalten werden – frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“.

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Deko aus der Natur

So richtig Lust auf Herbst bekommt man wohl am besten, wenn dieser in die eigene Wohnung geholt wird. Und zwar in Form von bunten Blättern, Kastanien, Eicheln und Co. Diese können im Rahmen eines gemütlichen Waldspaziergangs gesammelt und daheim weiterverarbeitet werden. Das Internet liefert genügend Bastelideen – schnell und einfach ist es zum Beispiel, Blätter an einer dünnen Schnur aufzufädeln und die Blätterschnur als Fensterdekoration anzubringen. Für warmes Licht sorgt eine Schale mit einem Windlicht, um das farbige Blätter gelegt werden, sodass sich die Blätter leicht überlappen. Durch das Schimmern des Kerzenlichts entsteht so ein wohliges Ambiente.

Holz, Holz, Holz

Sie verschönern jede Tafel: Urige Holzscheiben im „Used Look“. Sie sehen aus, als hätte sie ein Waldarbeiter gerade von einem Baumstamm abgeschnitten und direkt als Dekoteller an den Tisch gebracht. Die Holzscheiben können entweder als Glasuntersetzer, Boden für Dekokerzen und -vasen oder einfach nur als hippes Dekostück verwendet werden. Dazu passen besonders gut grüne und weiße Materialen sowie Accessoires aus Holz. Der „Holzfäller-Look“ macht sich nicht nur bei Kleidung gut, sondern auch im Wohnbereich.

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Eine schöne Herbstzeit und entspannte Stunden wünschen Christina & und das UNIVERSAL Redaktionsteam!

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