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Osterpinze backen: ein köstliches Rezept für die Feiertage

Wusstet ihr, dass die Osterpinze ursprünglich aus Italien stammt? Das Ostergebäck geht auf die so genannte „Pinza“ zurück, die in Venetien und in der Region Friaul zu Weihnachten und Neujahr zubereitet wird. Im 19. Jahrhundert hat die Osterpinze dann ihren Weg nach Österreich gefunden, genauer gesagt in die Steiermark. Von dort hat sie sich nach und nach als Osterbrauch durchgesetzt. Mit diesem Wissen glänzt ihr bei jeder Osterjause, wetten?

Osterpinze selbst backen: gewusst wie!

Heutzutage ist die Osterpinze in ganz Österreich als traditionelles Osteressen bekannt und beliebt. Das klassische Gebäck wird aus Germteig gemacht, hat einen hohen Eianteil und drei Einschnitte, die ihm seine typische Form verleihen. In der Mitte wird oft noch ein buntes Osterei platziert, das in seinem Ursprung für Reinheit und Fruchtbarkeit steht. Auch unsere Christina bäckt die Osterpinze am Liebsten mit Germteig. Vor der Zubereitung sollte man ein paar grundlegende Dinge beachten.

Christina, worauf sollte man achten, wenn man die Osterpinzen mit Germteig macht?

Für mich gibt es drei grobe Regeln, an die ich mich gerne halte:

  1. Flüssigkeiten, die in den Teig kommen, dürfen nicht zu warm sein. Mein Richtwert sind 40 Grad, die zum Beispiel die zugegebene Milch nicht überschreiten sollte.
  2. Die Butter sollte man nicht direkt aus dem Kühlschrank verwenden, aber auch nicht zu flüssig werden lassen. Zimmertemperatur ist ideal.
  3. Den Teig langsam und lange kneten. Wer mit den Händen arbeitet, ist ohnehin nicht so schnell. Bei der Knetmaschine stelle ich immer Stufe 1 oder 2 ein.

Weißwein als Zutat für Osterpinzen: Hättet ihr das probiert?

Was ist dein Geheimtipp für die perfekte Osterpinze?

Wenn man möchte, kann man die Milch zum Beispiel durch Weißwein ersetzen. Dieser sorgt für den typischen Osterpinzen-Geschmack. Ich persönlich koche den Weißwein mit Anis auf und seihe ihn im Anschluss ab, denn das Gewürz kommt nicht direkt in den Teig.

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Von besonders schönen Tellern schmecken die frischen Osterpinzen dann natürlich noch besser! Die im Bild sind von Bloomingville und gibt’s hier zu kaufen.

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Wie wird die Osterpinze so schön rund?

Ähnlich wie beim Faschingskrapfen-Rezept wird der Teig für die Osterpinze geteilt, mit Mehl bestäubt und in einzelne Stücke geteilt. Anschließend ist es besonders wichtig, ihn mit der Handfläche oder auf der Arbeitsfläche schön zu schleifen. So bekommt die Osterpinze ihre typische Optik.

Wie das genau funktioniert, erklärt Christina übrigens im Faschingskrapfen-Video ab Minute 03:15.

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Osterpinzen Rezept von Christina

Wer es nicht mehr erwarten kann, das leckere Gebäck nachzumachen, für den gibt’s hier das Rezept à la Christina.

Zutaten für 3 Stück:

  • 100 g Weißwein
  • 2 g Anis
  • 500 g Weizenmehl
  • 1 Würfel Germ
  • 7 g Salz
  • 80 g Zucker
  • 100 g weiche Butter
  • 2 Dotter
  • 150 g lauwarme Milch
  • Ei zum Bestreichen

Vorbereitungsarbeiten: (einige Stunden vorher). Den Weißwein mit Anis aufkochen und für einige Stunden ziehen lassen – danach abseihen.

Zubereitung:

Germteig zubereiten und ca. 20 – 30 min. gehen lassen. Anschließend in gleiche Stücke teilen und diese zu runden Kugeln schleifen. Die Kugeln mit Ei bestreichen und ca. 10 min gehen lassen. Anschließend mit einer Schere einschneiden und bei 180 Grad ca. 20 – 30 min backen (je nach Größe der Pinzen).

Gutes Gelingen!

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Christina, welche Osterleckereien bäckst du außer Osterpinzen sonst noch gerne?

Meine Kinder lieben die Osterhaserl aus Germteig! Wie diese genau zubereitet werden, verrate ich euch beim April-Rezept. Es ist lustig, dass die Kleinen Germteig oft lieber mögen, als etwas, das mit Schokolade überzogen ist. Wir essen in der Osterzeit auch sehr gerne ofenfrisches Osterbrot. Das passt super zu allen möglichen Gerichten und ist eine willkommene Abwechslung zu „normalem“ Brot.

Welche Bedeutung hat das Osterfest für dich und wie feiert ihr Ostern?

Ostern ist ein christliches Fest, bei dem die gemeinsame Zeit mit der Familie im Vordergrund steht. Natürlich zählen der Besuch vom Osterhasen und das Nesterl Suchen zu den Highlights für die Kinder. Ich genieße das gemütliche Zusammensitzen mit meinen Liebsten und das gute Essen. Ostern bietet nämlich eine gute Gelegenheit, wieder einmal richtig aufzukochen und festlich zu essen.

Was sind neben der Osterpinze weitere typische Ostertraditionen im Lungau?

Der Palmbesen entsteht bei uns quasi im eigenen Garten. Dort wird der Palmbuschen aus unterschiedlichen Naturmaterialien, allem voran Palmkatzerl, zusammengestellt. Am Palmsonntag tragen ihn die Kinder dann stolz zur Weihe. Am Ostersonntag, wenn die Fastenzeit vorbei ist, lassen wir unsere Speisen weihen. Dazu zählen traditionell das Butterlamm, die selbst gefärbten Ostereier oder Fleisch mit Kren. Auf die Speisensegnung folgt die festliche Osterjause bzw. das Osterfrühstück in der Familienrunde.

Unsere Ostereier färbe ich übrigens mit Naturfarbe. Hier werden Zwiebelschalen aufgekocht, sodass die Eier im Sud etwas bräunlich werden. Unterschiedliche Naturalien, wie grüne Gräser, kommen gemeinsam mit den Eiern in eine Feinstrumpfhose, wodurch die einzigartigen Musterungen entstehen.

Darum feiern wir Ostern jedes Jahr zu einem anderen Termin

Der Oster-Termin hängt von den Mondphasen ab. Demnach ist der Ostersonntag immer der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Zur Überprüfung: Frühlingsbeginn ist im Jahr 2017 der 20. März und der nächste Vollmond scheint am 11. April. Folglich ist der Ostersonntag der 16. April.

Ostern ist das Fest, an dem die Christen seit dem 2. Jahrhundert die Auferstehung Jesu Christi feiern. Am Gründonnerstag fand das letzte Abendmahl statt, Karfreitag war der Todestag von Jesus und drei Tage später – am Ostersonntag – wird seine Auferstehung gefeiert.

Bunt und vielfältig: Diese Ostertraditionen feiert man in Österreich

In Italien macht die ganze Familie am Ostermontag einen Ausflug mit Picknick, das norwegische Fernsehen zeigt zu Ostern so genannte „Osterkrimis“ und die Russen essen traditionell Osterbrot mit Topfen. In Österreich findet man ebenfalls einige Osterbräuche, die gerne zelebriert werden.

  • Osterlamm: Beim jüdischen Passahfest war es Tradition, ein Lamm zu opfern. Heute wird dieses Ritual weniger aufregend in Form eines Lammbratens oder eines süßen Osterlamms begangen.
  • Osterfeuer: Das Feuer steht für das Lichtwerden nach der Auferstehung Jesu und soll zudem den Winter vertreiben. Es wird normalerweise am Ostersamstag entzündet und geweiht, doch einen festgelegten Termin gibt es nicht.
  • Ostereier färben: Das Ei gilt seit Jahrtausenden als Fruchtbarkeitssymbol. Inzwischen findet man die Eier zu Ostern in allen Farben, Formen und Musterungen. Die traditionellste Farbe ist übrigens Rot: Sie steht für das Leben, die Freude und als Symbol für das Blut Christi.
  •  Osterhase: Neben dem Ei stand früher auch der Hase aufgrund seiner starken Vermehrung für Fruchtbarkeit. Ende des 17. Jahrhunderts erwähnte erstmals ein Medizinprofessor den eierbringenden Osterhasen.
  • Palmweihe: Den Palmsonntag, eine Woche vor dem Ostersonntag, feiert die katholische Kirche mit Palmweihe und Palmprozession. Man trägt Palmbuschen mit Palmkätzchen und anderen Naturmaterialien als Strauß oder kunstvoll an Stangen zur Palmweihe. Dort werden die Palmzweige gesegnet und gelten dann als unheilabwehrend.
  • Palmesel: Der Esel ist ein Symbol der Einfachheit und Bescheidenheit, weil Jesus nicht auf einem Pferd, sondern auf einem Esel in Jerusalem einritt. Heute wird der Palmesel manchmal als Holzfigur bei der Prozession mitgeführt. Die spöttische Bezeichnung „Palmesel“ steht aber meistens für das Familienmitglied, das am Palmsonntag als Letztes aufsteht.
  • Ratschen: Vor allem am Land gehen die Kinder durch das Dorf und machen mit so genannten „Ratschen“ Lärm. Das sind Holzinstrumente, die ein lautes, knatterndes Geräusch erzeugen. Dem Volksglauben nach sollen die Ratschen die Kirchenglocken ersetzen, weil diese am Gründonnerstag nach Rom fliegen.

Viel Spaß beim Osterpinzen Backen & eine frohe Osterzeit wünschen Christina & und das Universal Redaktionsteam.

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